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Welcome to Miami

Am 2.April 2006 landete ich in Orlando. Anschliessend fuhr ich direkt nach Ormond Beach. Dort lebt mein Götti mit seiner Frau in einer wunderschönen Wohnsiedlung. Sie besitzen ein schönes Haus mit Gästezimmern, Pool und natürlich Whirlpool. Meine Tante ist aus der Schweiz, mein Götti von England. Ich muss euch was gestehen: Einen Götti in Übersee zu haben, hat Vor- und Nachteile. Als ob es gestern gewesen währe mag ich mich erinnern, als er mich zum ersten Mal in der Schweiz besuchte und mir einen grossen, amerikanischen Feuerwehrlastwagen schenkte. Der war vielleicht cool! Jahre später wanderten wir zusammen in den Bergen und er schenkte mir seine blaue Baseballkappe. „Läck, bini Stolz gsi!!“ Im selben Jahr wurden mein Bruder und ich mit „Transformers“ beschenkt. Ich erhielt einen Lastwagen, den ich in einen Roboter umwandeln konnte. Niemand in der Schweiz kannte diese Transformers. He, mein Bruder und ich waren während Monaten die Könige des Sandkastens! Sämtliche Windelkumpels waren eifersüchtig!!.... aber ich konnte nie eine richtige Diskussion mit meinem Götti führen. Mein Englisch taugte nur für Unterhaltungen übers Wetter und die allgemeine Lage. Und nun, nach 26 Jahren besuchte ich ihn in Florida und kann mit ihm eine fliessende Unterhaltung führen. Er erzählte mir Dinger, die ich gar nicht wusste: Kauft doch bitte mal ein Glace an einem Verkaufsstand. Damit ihr das Geld aus dem Beutel kramen könnt, stellen sie die Glace in ein Plexiglas mit Löchern. Diese Vorrichtung, meine Damen und Herren, hat mein Götti erfunden. Ich könnte noch viel mehr Dinger erzählen, die mich stolz machen, dass ich sein Göttibub sein darf.
Mit meinen Verwandten verbrachte ich eine ganze Woche. Eine tolle Woche mit vielen, schönen Geschichten und Erinnerungen. Während dieser Woche besuchten wir St.Augustine (die älteste Stadt von Amerika) und mit meinem Auto fuhr ich nach Cape Canaveral, der NASA Basis in Florida. Ich war schon zweimal zuvor im Kennedy Space Center. Ich bin jedes mal wieder von Neuem erstaunt, wie die Jungs und Mädels mit den Raketen im Weltraum herum fliegen. 2017 geht’s los, da fliegen sie wieder auf den Mond. Ich fragte einen Angestellten, ob ich mitfliegen dürfe. Lächelnd verneinte er.

Am 9.April 2006 fuhr ich Richtung Tampa. Mein Ziel der nächsten Tage war eigentlich den Besuch von Key West, einer Inselgruppe südlich von Miami. Ob das soweit kommt, wird sich noch heraus stellen.
Als ich mit meinem Auto von Tampa über Clearwater Beach Richtung Naples fuhr, passierte ich eine grosse Brücke über die Tampa Bay. Und plötzlich sah ich was Unerwartetes: Ich sah zwischen den beiden Brücken Kites am Himmel fliegen. Ich traute meinen Augen nicht. Sofort nahm ich die nächste Ausfahrt und fuhr zu diesem Spot. Flachwasser und genug Wind, um mit dem grössten Schirm zu fliegen. Ich war zum letzten Mal in Perth am Kiten. Ich hätte nie gedacht, dass man in Florida Kiten kann. Und nun das, ein geiler Spot zum Träumen. Das Wasser nicht einmal Knie tief, zu untief für Haie :- ) Das Leben machte wieder Sinn :- ) Leider war ich so spät dran, dass ich nur eine Stunde surfen konnte. Ich fuhr weiter Richtung Süden und übernachtete in einem Motel.

Mit meinem Ziel „Key West“ im Hinterkopf fuhr ich am nächsten Morgen weiter Richtung Süden. Ich schaute auf die Strasse, beobachtete meine Mitfahrer auf der Autobahn. Dauernd schmerzte mir was im linken Auge. Ich sah, wie sich die Bäume vom Wind bewegten. Schmerz. „Mario, Key West ist das Ziel“, sagte ich mir. Ich fuhr weiter, immer Richtung Süden. Ich schwör euch, ohne zu Lügen, mein Auto begann plötzlich zu bremsen und bekam einen Linksdrang. Ich musste sofort die Autobahn verlassen, um einen Unfall zu vermeiden. Und ihr glaubt es nicht. Als ich das Auto Richtung Norden drehte, gab es Vollgas und hatte diesen Linksdrang auch nicht mehr. Ich fuhr zurück zur Brücke, wo ich am Vortag am Kiten war. Ich währe nie umgekehrt, hätte mein Auto nicht das Leiden gehabt. Ich schwöre euch. Ich war den ganzen Nachmittag auf dem Wasser und surfte bis mir die Hände schmerzten.

Kiter sind angenehme Leute. Ich kam sofort mit ein paar Amerikanern in Kontakt. Die allgemeine Frage von wo ich komme, beantwortete ich mit „Schweiz“. „Ah, aus Schweden“. „Nein, aus der Schweiz“. „Und, wie surft man auf dem Meer in der Schweiz“. „Wir haben kein Meer, nur Seen“…. diese Jungs und Mädels waren plötzlich überrascht, dass es ausser Amerika noch was anderes gibt. Als ich von der Schweiz zu erzählen begann, merkte ich es an ihren Augen an, dass sie das neu Erlernte versuchten, in ihre einzige Hirnzelle abzufüllen. Ich merkte recht schnell, dass sie das nicht konnten, denn an den folgenden Tagen wurde ich immer wieder mit „Das ist Mario, aus Schweden“ vorgestellt.
Nach vier Tagen hatte ich Tampa doch langsam aber sicher gesehen. Nicht nur das, auch die Windstärke nahm ab. Mit meinem blauen Batmobil (Mietauto) fuhr ich dem Golf von Mexiko entlang Richtung „Marco Island“, einer Ferieninsel in der Nähe der Everglades (Alligator Nationalpark). Doch diese Ferieninsel war nichts für mich, denn mit aneinander gereihten Hotelbunkern kann ich nicht viel anfangen. Ich fuhr weiter durch den Everglades Nationalpark nach Miami.
Bevor ich es vergesse möchte ich erwähnen, dass im Portal neue Fotos herum liegen.

Meine Navigation quer durch Florida mit einer 1:300’000’000’000 (oder so) Karte mit gerade eingezeichneten Autobahnen verlief bis vor Miami recht gut. In Miami wurde es doch noch ein wenig schwierig. Da ich am Abend vom 12. April recht spät dran war, wollte ich nicht mehr erledigen als ein Bett in Miami zu suchen. Als ich mit meinem Auto auf dem Highway Richtung Innenstadt fuhr, lächelte mir recht früh ein Schild „Miami Motel“ entgegen. „Das ist es“, dachte ich mir. An der Rezeption stand eine kleine, kubanische Frau, die mir einen Zettel zum Ausfüllen entgegen streckte. Ich teilte ihr mit, dass ich doch lieber zuerst das Zimmer sehen möchte. Keine Reaktion von ihr. „I-C-H M-Ö-C-H-T-E Z-U-E-R-S-T D-A-S Z-I-M-M-E-R S-E-H-E-N“. Keine Reaktion. Sie begann plötzlich, portugiesisch zu sprechen. Da ich kein Portugiesisch sprechen kann, teilte ich ihr mit Händen und Füssen meine Absicht mit. Sie nickte freundlich und lief mit mir zum Zimmer 106.
War da nicht mal was in einem Reiseführer von einer Gegend in Miami, wo sie nur Portugiesisch sprechen und es recht gefährlich ist?!? Bin ich dort gelandet?!?
Das Zimmer sah recht freundlich aus. Ich schaute die Dame an und fragte sie „Dangerous?!?“ (Gefährlich) Ihr Blick teilte mir mit, dass sie nichts verstand. „Päng-Päng“ machte ich und boxte mit den Fäusten in der Luft herum. „No“, war ihre mit einem lächeln unterstrichene Antwort. Plötzlich sagte sie in fliessendem Deutsch zu mir: „Sprichst du Deutsch?“ :- )
Von da an war ich Sprachlos. Diese Frau ist aus Kuba und arbeitete Jahrelang in Deutschland. Nun ist sie in Amerika und spricht kein Wort Englisch dafür aber fliessend Deutsch.

Am 13.April 2006 erwachte ich in meinem Zimmer und hörte, wie sich die Bäume im Wind bewegten. Dieser Ton führte dazu, dass ich mich recht schnell aus dem Zimmer begab und Richtung Innenstadt von Miami fuhr. Nach einem Kaffee fuhr ich Richtung Key Biscayne weiter, denn im Internet fand ich heraus, dass es dort gut zum Kiten sei. Key Biscayne ist eine Insel, direkt vor Miami gelegen. Im Crandon Park auf Key Biscayne angekommen, sah ich die ersten Kites am Himmel fliegen. Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, es ist Surfwetter.
Ich surfte 5 Stunden. Ja, ihr lest richtig, 5 Stunden. Und es war der Beste und Schönste und…Surftag den ich je hatte. Es stimmte einfach alles. Der Wind war genug stark und nicht böig. Das Wasser war knietief und ohne Haie….einfach der absolute Traum. Diesen Tag werde ich nie mehr vergessen. Ich konnte kaum aufhören. Ich war wie in einem Rausch. Dieser Rausch führte dazu, dass ich Ebbe und Flut total vergass. Ich donnerte mit meinem Brett über das Meer zum Strand und irgendwie habe ich immer noch diese komischen, kleinen Wellen vor Augen. Als ich über diese Wellen surfte, steckte plötzlich mein Brett im Sand. Ich flog grässlich auf die Schnauze. Aha, das währe somit die Ebbe gewesen :- )

Am Freitag, den 14.April 2006 fuhr ich zurück in den Park, in der Hoffnung, gleiche Windverhältnisse anzutreffen. Leider wurde nichts daraus. Ein lokaler Surfer fragte mich, ob ich mich registriert hätte. Was registriert?!? Wo Registrieren?!? Ich müsse, ansonsten würde früher oder später der Strand für Kiter geschlossen.
Der Bürofurz im Parkkomplex fragte mich nach einer „Level 3“ Karte für Kiter. Was für eine Karte?!? „Level 3“. Ah ja, diese Karte die man neu nach einem Kurs erhält. „Nein, die habe ich nicht, aber ich kann dir Fotos und Videos zeigen, die meine Fahrkünste bestätigen“. „Level 3 Karte oder du surfst nicht“ (genau in diesem Wortlaut)
Ich lief zurück an den Strand und fragte einen Surfer, wie man zu dieser Level 3 Karte kommen könne. Er teilte mir mit, dass es in der Stadt einen Shop gäbe. Da könne ich hin und die würden mir eine Karte geben. Hä, höre ich richtig, die wollen nicht sehen, ob ich fahren kann oder nicht?!? Nein, war seine Antwort.
Ich surfte trotzdem, auch ohne diese Karte.

1 Kommentar 15.4.06 15:31, kommentieren

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