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Aloha

Am Donnerstag, den 30.März 2006 verliess ich New Zealand definitiv und landete am Mittwoch, den 29.März 2006 in Honolulu, Hawaii. Ich landete einen Tag VOR dem Abflug. Klingt doch cool, oder nicht?!? Bitte denkt jetzt nicht an Raumschiff Enterprise mit „Warf 7“ Geschwindigkeit oder an Wurmlöcher, in die wir hinein flogen. Wir passierten nur die Datumsgrenze unserer Mutter Erde.
In Hawaii gelandet, strahlte mir die Sonne entgegen. Kaum aus dem Flugzeug heraus getorkelt liefen mir halbnackte Hulla-Hulla Girls entgegen, küssten mich ab und hängten mir einen Blumenkranz, genannt „Lei“, um den Hals. Ich fühlte mich wie im Paradies. An der Passkontrolle waren freundliche Hawaii- Girls, die meine rote Farbe des Passes sahen, winkten, ein „Aloha“ ausriefen und ich konnte einfach weiter laufen. Am Waikiki Strand angekommen, ging dieser Traum weiter. Sonne, Strand…
Ach, kommt schon, glaubt ihr diese Geschichte wirklich?!? Kehren wir zurück zur harten Realität.

Die Landung in Honolulu war die Schlimmste, die ich je hatte. Ich glaube, die konnten am Flieger sämtliche Stossdämpfer auswechseln. Im Flieger hatte ich die Ehre, gerade vor der Kino Leinwand zu sitzen; mit gestreckten Beinen. Neben mir war ein junges Paar mit einem 6 Monate alten Kind. Das Kind war so süss. Die Eltern nicht. Warum mussten sie dem kleinen Knirps gerade die Windeln vor meiner Nase wechseln, als ich am Essen war?!? Mein Gaumen realisierte den Geschmack der genussvollen Ravioli und meine Nase roch was Anderes. Warum standen sie auf, obschon der Pilot ausdrücklich sagte, man solle sitzen und angeschnallt bleiben, bis er das Signal zum Aussteigen gebe?!? Warum schalteten sie noch während der Landephase das Natel ein und begannen zu telefonieren?!?

Und jetzt was zum Thema „Wahrer Terrorismus für Touristen während der Einreise nach Amerika“.
Mein Reisebüro in Thun gab mir ein Formular mit, welches ich zwingend ausgefüllt am Check-in Schalter für die Reise nach Amerika abgeben müsse. Name, Vorname, Adresse….das Übliche. Die Frau am Check-in Schalter in Auckland kannte dieses Formular nicht, aber gab mir ein Anderes, das ich ausfüllen müsse. Klar doch, machen wir gerne…immer nur lächeln… Im Flugzeug bekam ich ein grünes Visaformular und ein graues Zollformular mit den alt bekannten Angaben wie Name, Vorname… Womit ich vier Formulare mit fast den genau gleichen Angaben ausfüllte. Als ich zur Passkontrolle in Honolulu kam, schloss ich mich der Warteschlange für internationale Reisende an. Während dem Anstehen kam eine Frau vorbei, die meine Formulare durchlas, mich anlächelte und meine Arbeit als Bürofurzer für „sehr gut“ benotete. Ich war sooooo glücklich ;- ) Als ich da so stand und wartete, fragte ich mich dauernd, warum aus der Reihe der „Einheimischen Passagiere“ Leute heraus gepickt werden, die bei unseren Schaltern für Ausländer durchliefen. Aha, die Einheimischen werden bevorzugt.
Ich stand da und wartete. Irgendwie realisierte ich, dass gar niemand mehr die Passkontrolle passierte. Der als „Supervisor“ betitelte Super- Held lief von einem Schalter zum Anderen, mit seiner linken Hand an der Knarre, und schaute auf die Bildschirme. Es sah toll aus. Ich realisierte recht schnell, dass die Computersysteme abstürzten und der Idiot von Supervisor keine Ahnung hatte, was zu tun sei. Das Beste in einer solchen Situation ist, die Knarre zu ziehen und einen normalen Touristen zu verhaften. Das währe so ungefähr die amerikanische Lösungsstrategie: Führe Krieg um von anderen Problemen wegzusehen.
Die Systeme funktionierten wieder. Ich war an der Reihe und wirklich ein freundlicher Junge am Schalter stellte ein paar Fragen, nahm von mir einen linken und einen rechten Fingerabdruck, fotografierte mein ehrliches Lächeln und rief ein warmes „Aloha“ aus.
Es ging weiter, ich schnappte meine Koffern und stand schon wieder in einer Warteschlange. Als ich an der Reihe war, streckte ich einer weiteren Frau meine Formulare hin. Sie stellte die gleichen Fragen wie die anderen 2 Angestellten und es war vorbei. Ich war endlich in Amerika.
Auch bei den Kontrollen des Gepäcks wurden Änderungen vorgenommen. Man muss neuerdings die Schuhe ausziehen und aufs Förderband legen. Ich finde das echt toll, denn bei diesen Kontrollen fühle ich mich sofort wie in der Schweiz. Nicht dass wir bei uns auch die Schuhe ausziehen müssen, nein, der Geschmack der sich in den Nasenhaaren verhängt ähnelt einer Schweizer Käseproduktionsfirma.
Den Flughafen verlassen, lächelten mir Regentropfen entgegen. Im Hokondo Backpackers (nur ein Block entfernt vom Waikiki Beach) angekommen, legte ich mich ins Bett.

Am Donnerstag, den 30.März 2006 erwachte ich und hörte, wie Regentropfen auf die Strasse prasselten. Eigentlich ist dieser Klang recht beruhigend, aber nicht gerade das, was ich von Hawaii erwartete. Als der Regen aufhörte, begab ich mich in die Innenstadt, trank einen Kaffee und es begann in Strömen zu regnen. Nach zwei Stunden im Kaffee, rannte ich zurück ins Hotel. Es regnete den ganzen Tag. Es regnete so stark, dass in Honolulu Wasserleitungen platzten und den Waikiki Beach mit Bakterien verseuchten. Erdrutsche fanden statt. Häuser fielen in sich zusammen, weil der Boden nachgab. Ein Angestellter des Hostels teilte mir mit, dass sie seit 42 Tagen Regen hätten. WAS?!? Kennt ihr die sehr sehr alte Serie „Magnum“. Ein Privatdetektiv der in Hawaii Kriminalfälle aufklärt. Er fährt mit seinem Lamborghini CABRIOLET und seinen Hawaii Hemden in der Gegend von Honolulu herum. Ich kann mich nicht erinnern, dass er jemals mit seinem Cabriolet durch den Regen fuhr. Auch wenn Mich Buchannon (David Hasselhoff) mit seinen Baywatch Nixen Delfine in Hawaii rettete, regnete es nicht. Es sind ja auch die Hawaii Shirts und nicht die Hawaii Regenschirme bekannt geworden.
Ach, ich will das Ganze nicht zu SCHWARZ Färben. Immerhin brauchte ich Sonnencreme und Sonnenbrille. Die Sonnenbrille diente mir, damit es mir vom Regen nicht die Linsen aus den Augen schwemmte und weil es dauernd regnete wurde meine Haut ganz schmuddelig. Um dieses Problem zu lösen kaufte ich mir Daylong wasserabweisende Sonnencreme :- )

Am Freitag, den 1.April 2006 erwachte ich und ihr glaubt es nicht, ich war überrascht, ich war hin und her gerissen….es regnete. Ich las den ganzen Donnerstagabend Wetterberichte aus dem Internet. Eine Seit sagte aus, dass es am Wochenende schön werde und eine Andere prophezeite Regen für die nächsten Tage. Spätestens als ich dem Meteorologen im Fernsehen zuschaute wurde mir klar, dass ich Hawaii verlassen muss. Der weinte fast, so verzweifelt war er.
Ich begab mich am Freitag an den Flughafen und verschob meinen Weiterflug um eine Woche nach vorne. Vom Flughafen fuhr ich mit dem Bus weiter nach Perl Harbour, um die Gedenkstätte an den zweiten Weltkrieg zu besuchen. Über dem Schlachtschiff „Arizona“, welches von den Japanern im Hafen versenkt wurde, wurde ein Denkmal errichtet. Wegen der grossen Regenmasse konnte aber das Denkmal nicht besucht werden. So blieb mir nichts anderes übrig, als im Besucher Zentrum herum zu gurken.

Es war soweit. Am Samstag, den 1.April (ohne Scherz) verliess ich Hawaii. Ich flog mit den Aloha Airlines von Honolulu nach Maui. 30 Minuten fliegen. Beim Check-in meines Gepäcks in Honolulu schaute der Junge dort auf meinen Kitesurf Sack. „Ist das Golf Material“, fragte er mich. „Jawohl“, war meine Antwort (ohne rot zu werden). Ich bezahlte keinen Zuschlag. Hätte ich dort die Wahrheit mitgeteilt, ich hätte bezahlen müssen. Ist das nicht verrückt: Golfer, welche Allgemein nicht zu den Ärmsten der Welt gehören, können ihre Schläger gratis im Flieger transportieren. Währenddessen die Kite Surfer einen Aufschlag bezahlen müssen. Wenn ihr Allgemein viele Dinger mit in die Ferien mitnehmen wollt, kauft eine Golftasche anstatt eines Koffers und füllt die mit Dingern. Kommt günstiger als mit Koffern.
In Maui angekommen schien die Sonne und der Himmel war blau. Ich glaubte es nicht. Eigentlich währe ich 7 Tage auf Maui gewesen, doch nun änderte ich meinen Plan und flog direkt weiter. Als ich aber mit einem Deutschen Paar in die Diskussion kam erklärten die mir, dass dies normal sei, 2-3 Stunden Sonnenschein pro Tag und der Rest Regen. Somit war ich doch glücklich, Hawaii zu verlassen.

Mein Gepäck schnappte ich und lief in Kahului (Maui) weiter zum Check-in der United Airlines. Was ich durchmachen musste, war nicht mehr Ernst zu nehmen. Zuerst wurde mein Gepäck auf Esswaren geröntgt. Warteschlange Nummer 1. Anschliessend lief ich zu den Check-in Schaltern. Dort Durchwühlten nach längerem Warten Angestellte mein Gepäck und strichen mit einem Papier über meine Koffer. Angeblich um zu sehen, ob ich Chemikalien mit mir tragen würde. Beim Check-in Schalter hatte ich eine ältere Dame, die ihrem Verhalten entsprechend wahrscheinlich mit ihrem Leben abgeschlossen hatte. Unfreundlicher ging es nicht mehr. Als sie mir erklärte, dass ich für mein Kitematerial 25 Doller Übergewicht bezahlen müsse, verstand ich die Welt nicht mehr. Sie erklärte mir, dass 25 Kilogramm pro Gepäckstück die Limite sei. Ich teilte ihr mit, dass die Koffer 19 Kilogramm schwer sei und mein Kite Material 29. Das gäbe ein Total von 48 Kilogramm, immer noch weniger als 50. Sie schaue das aber nicht aufs Total sondern pro Koffer an. Ich könne, wenn ich wolle, Material umladen. Wie soll das gehen, du Vollhuhn und gerade noch Volldepp oben drauf. „Ist gut, ich bezahle, aber werde mich natürlich in der Schweiz beschwerden“, war meine Antwort. Und mit diesen Worten machte ihr Leben wahrscheinlich wirklich keinen Sinn mehr. Ich entfachte eine Rakete, nein, eher eine Atombombe: „Wenn Sie wollen, kann ich ihnen auch 180 Dollar für die Übergrösse verrechnen!!!!!!!!!!!!!!!!“ Somit teilte sie mir indirekt mit, dass ich meine Schnauze halten solle. Ich hoffe nur, dass ich mit meiner Drohung einer Reklamation keinen Terroralarm bei George W. Busch ausgelöst habe. Stellt euch mal vor, George’i setzte eventuell schon seine ganze Pazifik- Flotte Richtung Schweiz in Bewegung, um der Mario Rebellion einen Präventivschlag zu setzen. Eventuell steuerten sie Richtung Rein um durch die Aare Richtung Thun vorzustossen. Meine Familie und ich müssten uns anschliessend in der Rebellenhochburg „Beatushöhlen“ verstecken und das ganze Niederhorn würde einem Bombardement ausgesetzt. „God bless America“, würde sein Kriegsspruch lauten. Denken wir lieber nicht daran ;- )
Ich legte meine Kreditkarte hin und verabschiedete mich mit „einen schönen Tag noch“. Meine Gedanken über diese Person waren nicht wirklich „schön“. Genaue Schilderungen dazu lasse ich sein.

Von Maui flog ich weiter nach Los Angeles, stieg in ein anderes Flugzeug um und flog nach Orlando in Florida. Dort lebt meine Tante mit meinem Götti, die ich besuchte.
Zu Florida schreibe ich aktuell nicht mehr als nur folgendes: SONNENSCHEIN!!!!

Und zum Schluss noch dies. Eine Frage einer Amerikanischen Intelligenzbestie
„Hei Colin, von wo kommst du her? London oder England?“
Unbekannter Depp, 2004

9.4.06 22:06, kommentieren

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